Das richtige Bike für große Abenteuer

Jule_gravel_webÜber den Anfang und das Glück, die Liebe und die Herausforderung, Motivation und Faszination und meine perfekte Symbiose aus vielen Jahren MTB- und Radrennsport.
Ein Gastbeitrag, drüben bei im Onlinemagazin Beat Yesterday by GARMIN

Das richtige Bike für große Abenteuer

Jule Wagner ist auf dem Zweirad dem jugendlichen Liebeskummer entflohen, hat die Welt entdeckt und unerwartete Höhen erklommen. Welches Rad sich besonders für erste Abenteuer und Glücksgefühle eignet – ein Gastbeitrag.

Die erste (Fahrrad)-Liebe

Meine Leidenschaft für das Rennradfahren begann genau genommen mit einem Liebeskummer. Um mich davon abzulenken, schwang ich mich auf mein Jugendrad. Ich fuhr fast täglich um den nahe gelegenen Baldeneysee, ein Ziel für viele Freizeitsportler im Süden Essens. 14 Jahre ist das her.

Dort fielen mir das erste Mal Rennradfahrer*innen auf, die mit ihren Rädern elegant über den Asphalt schwebten. Diese Form der Fortbewegung wirkte gänzlich unangestrengt. Ich war sofort fasziniert. Wie konnte etwas – in meinen Augen – Kräftezehrendes so schwerelos sein?

Bereits in diesem Moment verabschiedete ich mich gedanklich von meinem klobigen Jugendrad. Ich wollte es sofort durch ein Richtiges ersetzen. Eine Rennkutsche sollte in den Fahrradstall einziehen. Ich schlachtete mein Sparschwein und kaufte mir bei Radsport Rauer meine erste richtige Rennmaschine. Die Marke Boreas, die ich damals wählte, gibt es heute gar nicht mehr.

Die ersten Fahrversuche waren eher Stehversuche. Von der Eleganz eines Schwarms in Radlerhosen war ich weit entfernt. Das, was ich zunächst erlebte, war das Gegenteil vom Unangestrengtsein. Es rollte mühselig und unbequem war es noch dazu.

Dieser erste Eindruck vom Rennradfahren sollte mich aber nicht lange enttäuschen und schon gar nicht aufhalten. Ich begriff die Wackler als Herausforderung und verbrachte jede freie Minute mit der Nase im Wind. Ich wollte auch schweben lernen, schneller werden und Kontakte knüpfen. Darum nahm ich mein Rad und meinen Mut zusammen und trat in einen Radsportverein ein. Ich besorgte mir gleich eine Rennlizenz, mit der ich an den ersten Frauen-Rennen teilnehmen konnte. Ein völlig ahnungsloser Kaltstart, der meine Faszination und Motivation für den Sport weiter wachsen ließ.

Die Herausforderung Rennradfahren

Es ist die Freiheit, die ich am Radfahren besonders liebe. Das Fortbewegen aus eigener Kraft. Die frische Luft in der Natur. Die unendliche Vielfalt von wunderschönen Touren. Die Wahl, den Sport alleine oder in der Gruppe genießen zu dürfen.

Wenig fordert mich im Leben derart heraus wie das sportliche Radfahren. Sich Ziele setzen, an ihnen scheitern, daran wachsen, weitermachen und im besten Fall: Die Vorhaben erreichen. Die eigenen mentalen und physischen Grenzen ausreizen – das war für mich eine besonders wertvolle Erfahrung. Durch den Radsport habe ich erfahren, was ich mir alles erarbeiten kann. Ich habe verstanden, dass manche Barrieren allein im Kopf existieren.

Das Radfahren hat mich so oft überrascht. Ich möchte keinen Kilometer missen. Mittlerweile betrachte ich die Zeit auf dem Rad nicht mehr nur als Sport, sondern vielmehr auch als Privileg. Ich spüre Dankbarkeit und Glück im Sattel. Allerspätestens beim Kuchen danach.

Ein Gravel-Bike für die Freiheit

Als ich mit dem Radfahren anfing, fuhr ich fast ausschließlich auf befestigten Wegen und nahm an Straßenrennen teil. Meine Zweiradliebe wuchs zu Beginn allein auf dem Rennrad.

Nach einem knappen Jahr kam ich mehr oder weniger zufällig zum Mountainbiken. Das „Radsport Rauer MTB-Team“ suchte für die Teilnahme am 24-Stunden-Rennen in Duisburg noch eine Frau für die 8er-Mixed-Aufstellung. Da war sie wieder: die Herausforderung. Ich konnte ihr nicht widerstehen. Ich bastelte mir mein erstes Mountainbike aus gebrauchten Teilen zusammen, die ich bei Ebay ersteigern konnte, und fuhr die ersten Etappen mit dem Team. Ich war ähnlich schockverliebt wie damals am Baldeneysee und verlegte mehr und mehr Touren von der Straße in den Wald. Jetzt fuhr ich zusätzlich auch noch MTB-Marathon-Rennen. Das war eine gigantische Zeit, an die ich mich gern erinnere. Sie hat mir viele Menschen, Erlebnisse und Orte geschenkt.

Straßenrennsport oder Wettkämpfe auf dem MTB? Beides war großartig. Ich konnte mich damals nicht entscheiden, ich wollte keines der sehr unterschiedlichen Gefühle missen. Das Tempo, die Eleganz und die Unbeschwertheit des Rennfahrens. Das wilde, ungestüme Holpern durch den Wald; die Freude an Schlick und Schlamm.

Der Fahrradtyp Gravelbike bietet mir die perfekte Symbiose aus beiden Elementen. Ich kann mit einem Rennradgefühl durch den Wald düsen und bin trotzdem zügig auf der Straße unterwegs. Natürlich nicht ganz so schnell wie mit dem Renner. Aber dafür habe ich die Freiheit bei der Wahl des Untergrundes.

Das perfekte Rad für Einsteiger*innen

Für mich ist ein Gravelbike das beste Rad für den Einstieg in den Sport. Man ist nicht so limitiert, was die Auswahl der Wege betrifft. Auch muss man sich nicht vor einem gröberen Schotterweg fürchten, weil dieser die feinen Reifen eines Rennrads perforieren könnte.

Wenn ich an meine Anfänge denke, erinnere mich noch gut daran, dass ich häufig aufgeschmissen war, wenn ich ohne genaue Routenkenntnis mit dem Rennrad losgebraust bin. Damals hatte ich keinen Garmin Edge mit Navigationshilfe und somit auch nicht die Sicherheit, immer den passenden Untergrund befahren zu können. Ein Gravel verspricht dagegen Freiheit. Außerdem bietet das Rad Einsteiger*innen wegen der weniger aggressiven Geometrie und den größeren Reifenbreiten mehr Fahrkomfort als die rennoptimierten Asphalt-Hobel.

Andersherum ist das Gravel robust genug für den Wald, jedoch nicht so schwer wie ein klassisches Mountainbike. Für Einsteiger*innen, die sich nicht sofort auf eine Sportart festlegen möchten, ist dieser Fahrradtyp die Eier legende Wollmilchsau. Ich habe alle drei Räder im Stall und möchte keines davon abgeben. Das Gravelbike bewege ich mittlerweile – mit Abstand – am häufigsten.

Faszination Rad: Schweben lernen

Häufig werde ich nach meiner schönsten Erfahrung auf dem Rad gefragt. Dabei gibt es DAS Erlebnis gar nicht. Der Radsport spart nicht mit dicken Glücksgefühlen. Vor allem wenn man, wie ich, dazu neigt, jede Ausfahrt mit viel Eis und Kuchen zu feiern.

Besonders gerne denke ich an die BIKE Transalp zurück. Das ist ein Etappenrennen über die Alpen. Fast 600 Kilometer Wegstrecke mit beinahe 20.000 Höhenmetern. Hätte mir damals, als ich erstmalig auf dem Rennrad herum holperte und der Lenker zitterte, jemand gesagt, dass ich mal so ein Rennen fahren würde und sogar lebend da rauskomme – ich hätte sehr lange gelacht. Vermutlich: sehr, sehr, sehr lange.

Aber so ist das eben: Mit den Jahren wächst nicht nur die Erfahrung, sondern auch der Ehrgeiz, der Ziele seinesgleichen sucht. Damals, am Ende der Transalp, nach sieben Tagen voller Höhen und Tiefen und vor allem viel Wasser von oben, sind wir sehr müde, aber überglücklich in den Gardasee gesprungen. Ein Moment für immer. Auf dem Rad zu sein bedeutet für mich Glück. Gleichzeitig kann sogar das Absteigen ähnliche Freuden bereiten. Diese Faszination, mein Empfinden für den Sport, möchte ich weitergeben. Über meinen Blog, soziale Medien oder in direkten Gesprächen.

Als ich mit dem Radfahren anfing, durfte und musste ich alles autodidaktisch aufsaugen. Es gab damals wenig interessante und hilfreiche Informationsquellen. Glücklicherweise ist es mittlerweile viel besser. Foren im Netz, Literatur, Camp-Angebote sind vielfältig vorhanden. Es gibt sogar Frauengruppen, die dabei helfen, dass Radfahrerinnen einen besseren Zugang zu diesem Sport bekommen. Manchmal fehlt ihnen nur das Zutrauen.

Diese Scheu möchte ich nehmen. Und allen raten: Schwingt euch aufs Bike und schwebt mit.

 

THREE PEAKS AND IN BETWEEN

jana_webPortrait Jana Kesenheimer (@jananas.banjana)
nach Cover-Foto von Nils Laegner (@nils_laengner)
zum Film THREE PEAKS AND IN BETWEEN
Eine Dokumentation von @stephan_wieser

Schlägt in der Brust ein Radsportherz, ist die Sehnsucht nach Kilometern auf zwei Rädern sehr schnell sehr groß. Besonders, wenn sich Wochen aneinanderreihen, die keine Lücke bieten, selbst auf den Sattel zu springen. Das Gefühl vom Dahingleiten, die Leichtigkeit im Moment zu leben, die Freiheit die Route zu formen und neue Wege zu finden ist zu wertvoll. Umso schöner ist es, wenn man in solchen Zeiten in den Genuss kommen darf, das Abenteuer Radfahren, durch spannende Projekte anderer zu erleben. Die emotionalen Höhen und Tiefen des Sports, verschmolzen mit traumhaften Bildern der Natur. Das Filmprojekt Three Peaks And In Between ist für mich Inspiration und Motivation pur – Vielen Dank für diese geniale Arbeit. Das Foto und der Film haben mich sehr berührt. Es war auch eine große Freude die Illustration von Jana anzufertigen. Falls ihr da auch mal Bedarf habt, meldet euch gern bei mir.

Unbezahlte Werbung und dicke Empfehlung:
Ihr könnt „Three Peaks & In Between“ bei @vimeo ausleihen oder auch lieber gleich kaufen. Und wer noch ein paar weitere spannende Einblicke mag, findet im Interview-Podcast von @johanna_jahnke/Die Wundersame Fahrradwelt, eine spannende Episode mit Jana und ihren erFAHRUNGEN.

Portrait/Illustration: jule kritzelt
Photographer @nils_laengner
Film @stephan_wieser mit @valentinrappfilm und @derfusi_media
Rider @jananas.banjana
Race @adventurebikeracing
Podcast @johanna_jahnke

Frohes Neues 2021!

Animation2021

All pakka zusammen und auf rollts ins neue Jahr :-D
Frohes Neues 2021!

Gesundheit, Liebe, Nähe.
Kilometer, Fahrtwind, feinsten Schotter!

Lasst es euch gut gehen! Und vielen Dank an Euch für das Aushalten meiner Kalauer und extremst lustigen Witze.
Habt euch wohl :-*
Bis hoffentlich bald – auf dem Rad. Weiterlesen

Schöne Weihnachten und gute Verbindungen

2020Man kann nicht nicht kommunizieren. Der berühmte Satz von Paul Watzlawick. Ich möchte ihn gern aufgreifen um daran zu erinnern, dass wir mit Kommunikation auch immer etwas verbinden. Menschen mit Menschen, Gefühle mit dem Kopf, Verstand mit dem Herzen, Ideen mit der Wirklichkeit …

Verbindungen haben in diesem Jahr eine große Rolle gespielt. Besonders die, die wir nicht haben konnten, aber auch die, die neu entstanden sind. Verbindung funktioniert auf die verschiedensten Weisen, auch mit Abstand. Wenn wir also nicht nicht kommunizieren, kann man auch nicht nicht verbunden sein.

Ich wünsche Euch allen ein Frohes Fest und gute Verbindungen – auch bis in das neue Jahr hinein.
Bleibt gesund, fröhlich und kommunikativ.

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It is impossible not to communicate.
The famous phrase by Paul Watzlawick. I would like to quote him to remind people that we always connect something with communication. People with people, feelings with mind, mind with heart, ideas with reality … Connections have played a huge role this year. Especially those that we couldn’t have, but also those that were newly created. Connection works in a variety of ways, including at a distance. So if it‘s impossible not to communicate, we can’t be disconnected.

I wish you all a Merry Christmas and good connections – also into the new year. Stay healthy, happy and communicative.

FAST FOR FUN

fast for fun

Leute Leute! Eile mit Weile – dat wird wohl mein nächster Lebens-Claim. Oft angekündigt und noch öfter verschoben, ist es nun aber endlich soweit und die Vorfreude (Geduld) hat sich hoffentlich gelohnt. „Du sollst nicht langsam sein 2.0“. Die Evolution des Oberrohr-Arschtritts in Radfahr-Gebotsform. Ein Aufkleber der schon ein paar tausend Kilometer geradelt ist wird abgelöst und neu geklebt. Hä, wieso dat denn? Na weil man ja sein Ändern Leben soll und so … Weiterlesen

GRAVEL, die Ritze im Geröll und das Rose Backroad Bling-Bling

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GRAVEL. Ein schmaler Grad zwischen Rennrad und Mountainbike, eine Nuance zwischen Gleiten und Geröll. Mittendrin in der Ritze: das Gravelbike. Was für die einen nicht Fisch und nicht Fleisch ist, ist für die anderen die perfekte Symbiose, um durch‘s Geröll zu gleiten. Für mich auch. Und ich glaube fest daran, dass es sich weiter hartnäckig festsetzen und diese feine Ritze endgültig und dauerhaft schließen wird. Eine nützliche Transformation, bis wir dann irgendwann wieder beim klassischen Mountainbike sind :-D Weiterlesen

jule kritzelt – auf Instagram

julekritzeltKommt mich doch mal auf Instagram besuchen :-)
https://www.instagram.com/jule_kritzelt/

Neben https://www.instagram.com/jule_radelt/ gibt es jetzt noch einen eigene Kritzelkanal.
Die Stifte haben wieder etwas mehr Platz eingenommen in meinem Leben und ich bin höchst MOTIViert – harhar.
Da dachte ich, ein zusätzlicher digitaler Raum ist vielleicht auch nicht soooo schlecht.

Ich freue mich über Euren Besuch und darüber, Euch mit der ein oder anderen Anekdote eine kleine Freude machen zu können <3