2009

Die letzten 12 Monate hatte ich mir sicherlich anders vorgestellt, als es dann nachher tatsächlich gekommen ist. Im Winter hatte ich noch mit Knieproblemen zu kämpfen und durch die Abschlussprüfung konnte ich nicht wirklich den gewünschten Trainingsumfang erreichen, um eine gute erste Saisonhälfte zu fahren. Kein Rund um Köln, stattdessen Formeln und Gesetze. 2 Tage nach den Abschlussprüfungen bin ich dann in Sundern-Hagen an den Start gegangen. Dort gab es die erste tolle Überraschung: Mit bloß 12 Sekunden Rückstand, Platz 2 in der Dameneliteklasse auf der Halbmarathondistanz. Erstes Rennen und gleich aufs Treppchen (dabei war ja „eimal auf dem Treppchen stehen“ eines meiner Ziele für dieses Jahr).

Nach dem Erfolgserlebnis ging es dann erst einmal mit Angina weiter, um kurz darauf in Saalhausen mit eingeklemmtem Nerv im Nacken am Streckenrand zu stehen. Den ersten NRW-Cup, einige Wochen später, musste ich in Runde 3 von 5 wegen Sturz und Defekt vorzeitig beenden. Die schlimmste Erfahrung dann beim Ruhrbikefestival in Wetter: Rückenschmerzen kurz nach dem Start. Mit Mühe, Not und fest zusammen gebissenen Zähnen ins Ziel gekämpft.

Zurück auf der Straße, lief es bei den Bezirksmeisterschaften in Krefeld wieder super und ich konnte zum zweiten mal auf dem Treppchen ‚Platz’ nehmen. Mit Position 3, Pokälchen, Titel und wohl dem breitestem Lächeln des Tages, bin ich überglücklich abgezogen. 64 Kilometer auf 40 Runden ist schon Drehwurmverdächtig und ich war so froh das Christian und Tobi zur Stelle waren.

Ein weiteres Highlight war dann sicherlich noch die ÖRAG Mounty Tour im Juli, die ich als Guide begleiten durfte –Danke noch mal Thomas. Es war ein toller Tag, mit vielen tollen Menschen und Eindrücken und Rudi Altig zu treffen und zu erleben, ist wohl für jeden Radsportfan ein tolles Erlebnis.

Im Juli entstand auch der Kontakt zu Bewegungsfelder in Kettwig und mein Training bekam endlich Struktur. Mit Trainingsplan und Einheiten in der Höhenkammer habe ich mich richtig super auf meinen Jahreshöhepunkt vorbereiten dürfen und so bin ich irre fit in Bochum an den Start gegangen. Das war wirklich spitzen Vorbereitung!

Der eigentliche Saisonhöhepunkt, wurde dann aber leider zum Saisonaus. Gerade 2 Kilometer vor dem Ziel, bin ich in Führungsposition in einen Sturz geraten und brach mir sehr unsanft das Schlüsselbein. Das plötzliche Aus tut bis heute noch ganz schön weh. Ich weiß, ich hätte mir meinen Traum erfüllt, den Sieg geholt und damit den dritten Podiumsplatz in diesem Jahr. Die bittere Pille musste ich erstmal verarbeiten.

Viele Menschen haben in der Zeit an mich gedacht und das hat mir wirklich sehr sehr geholfen.

An Wettkämpfe nicht mehr zu denken, habe ich dann 14Tage nach dem Sturz (Mitte August) auf der Rolle die Saisonvorbereitung 2010 eingeläutet (Danke Tomas!)! Mit regenerativen Einheiten in der  Höhenkammer war ich froh, Abwechslung zur Wohnzimmertapete zu bekommen und in sportlicher Umgebung ein super Training zu genießen. Weitere 4 Wochen später war ich zurück auf der Straße. Die Kettwiger Hügeltour und die RTF in Kupferdreh bin ich noch mit Rücksackverband gefahren und ich habe die Zeit im Sattel wirklich sehr genossen (ich hatte mit einer Teilnahme an den Fahrten nicht mehr wirklich gerechnet).

Nun stecke ich seit einigen Wochen im Wintertraining,auch auf dem MTB (allerdings weniger im Gelände) und sogar das Laufen ist zu meinem Freund geworden. Die Leistungsdiagnostik hat ein gutes Fundament für 2010 bestätigt und ich bin sehr motiviert in… äääähm nein AB Sundern wieder anzugreifen –ich kann es kaum erwarten!

Noch die Zahlen:

90 Tage Krankheit
84 geplante Ruhetage
131 Trainingstage an der Luft
35  Stunden auf der Rolle
16  Stunden in der Höhenkammer
9  Laufeinheiten
436 h Training

Zusammengerechnet sind es dann 9703 Kilometer in der Natur und ca. 1377 Rollenkilometer.
Auf letzteres würde ich in diesem Ausmaß 2010 sehr gerne verzichten! ;-)

Ich freue mich auf viel Radsport mit euch allen! :-)

Winter :-)

Nachdem ich mich an die winterlichen Laufeinheiten gewöhnt habe und die ZEit der Seitenstichquälerei nun vorbei zu sein scheint, lief es heute richtig super und dass auch noch im Schnee! Ich hätte mir vor kurzem ja noch nicht wirklich träumen lassen, dass ich mal Spaß am Laufen finde. Herrlich war’s -außer dass es irgendwie schlecht vorwärts geht im Schnee! :-)
Danach stand noch eine Stunde Rolle fahren auf dem Plan. Zum auftauen gar nicht so verkehrt :-)! Kalt war’s ja doch :P

Vergleich nach 4 Monaten


Links das Bild vom 02.08.2009, frisch nach dem Unfall. Rechts das von gestern. Ich hatte nochmal einen Termin bei einem weiteren Arzt. Jetzt habe ich eine Überweisung zum Uniklinikum in der Tasche und noch ein weiterer Arzt darf über das Schlüsselbein philosophieren. Ich denke dann fällt auch die Entscheidung ob noch operiert wird oder nicht…

rechter Niederrhein…

Heute war wieder die Bezirksehrung in Voerde. Die Veranstaltung bot Raum zum plauschen und Kaffee trinken bei solala Atmosphäre.
Nachdem ich grade gelesen habe, dass die Damen des RCD-Koga-Teams aufgrund von Sponsorenmangel für die kommende Saison von D’dorf nach Essen umsiedeln, hoffe ich auf ein span

nendes Rennen im nächsten Jahr und einen erbitterten Kampf um die Meister-Urkunde :-). Ich bin gespannt ob da ein neues Team entsteht, in welchen Verein die Mädels wechseln und vorallem welche tollen essener Sponsoren ihren Geldbeutel gezückt haben. Ich werde das im Auge behalten :-)

Schöööönes 2010

Die Bikes 2010 übertreffen sich mal wieder gegenseitig. Wenn ich den Katalog durchschaue schießen mir die Tränen nur so in die Augen. Ich habe jetzt auch meine erste Geländerunde nach Schlüsselbeinbruch hinter mir. Wie der erste Mensch zu Rad bin ich durch den Wald gekrochen. Da liegt viel Kopfarbeit vor mir. Die Angst zu stürzen ist noch sehr groß und das Risiko, dass das Schlüsselbei im Zweifelsfall nicht hält ist nunmal da. Das rutschige Laub und die glitschigen Wurzeln machens da in dieser Jahreszeit auch nicht leichter. Auch nicht bei milden Frühlingstemperaturen….

Freitag der 13.!

Pech?! Nach Feierabend bin ich zu Thomas in den Laden gedüst. Endlich kam ich mal dazu. Mit Arbeit, Training und früh eintretender Dunkelheit, ist ein angemessenes Zeitmanagement echt eine Kunst!
Nachdem Thomas mir klar gemacht hat wo mein Traumjob zu finden ist (er war zu Besuch bei TrekUSA), durfte ich auf einem ARGON18 Zeitfahrrahmen platz nehmen. Frisch zusammengebaut und natürlich auch noch in der perfekten Rahmengröße! Da schossen mir dann zum zweiten mal die Tränen in die Augen ;-) Das Erste mal beim durchblättern des Trek-Katalogs 2010! Mannometer! Das kommt man echtins schwärmen. Ein tolles Bilderbuch!
Absteigen konnte ich da natürlich nur noch unter Zwang. Da stockt einem schon der Atem wenn man auf so nem haufen Carbon sitzt! Hach wäre es schön wenn….

Bild Nummer 3

Das Röntgenbild sieht ähnlich aus wie vor sechs Wochen. Die Knochen sind aneinander und wohl auch aneinander gewachsen. Die Enden stehen aber nicht frontal aufeinander sondern übereinander. Ein knapper Zentimeter.
Da sind Schmerzen nicht verwunderlich.
“Braucht Zeit”, “Geduld haben”, “Ausheilprozess”, “schwerer Bruch”… Blablabla. Das kommt mir echt aus den Ohren.
Angeblich richten sich die Knochen noch. Es dauert nur…
Ich habe arge bedenken. Ich habe das Gefühl, dass es wohl doch besser gewesen wäre zu operieren. Erstrecht nach diesem Arztbesuch. Nun ist es dafür aber zu spät -so der Arzt.
Er hat auch zum ersten mal von einem Pseudogelenk gesprochen (ich hatte das schonmal im Internet gelesen). Das Gelenk bildet sich, wenn Brüche schlecht heilen. Er meinte aber auch, dass es für diese Diagnose noch zu früh sei.
Dann hat er noch gesagt dass er auf dem Gebiet wenig Erfahrung hat. Das sagt der mir nach 3 Monaten Behandlung und so ganz nebenbei. Ich habe also einen Termin bei einem weiteren Arzt gemacht :-(.
Bedenken in Sachen Training hat er nicht geäußert. Straße sowie Gelände… Stabil genug sei es. Im Falle eines Sturzes könnte es halt wieder aufbrechen, sonst sehr unwahrscheinlich.