P-Weg-Marathon 2013

julestart (2)sportografMartin Ratter

P-Weg Marathon Plettenberg. Da weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll. P wie Power, P wie Pampe, P wie Pudding inne Pinne, P wie Piene überall?! P wie Party …

Dieses Jahr, bin ich fast nur Marathons gefahren, die ich noch nicht kannte und ich fand alle toll. Dieser Marathon sprengt aber nun wirklich alles. Ich bin quasi GEPLETTET! Jetzt weiß ich auch endlich wo diese Redewendung her kommt :D

Dem Marathon eilt ja schon fast ein majestätischer Ruf voraus, was auch das nächtliche Anmeldeszenario bestätigt! Am 25. Mai um null Uhr öffnete die Onlineanmeldung ihre Pforten und mehr als tausend Anmeldewillige zwangen erst mal den Server in die Knie, um einen der begehrten Plätze zu ergattern. 50% mehr als im Vorjahr um die gleiche Zeit! Auf sämtlichen Kanälen wurde sich beratschlagt: Ins Bett gehen, oder warten bis es funktioniert? Natürlich warten bis es funktioniert – So die Mehrheit … ich hatte schon die ersten Abdrücke der Tastatur auf der Stirn. Schlimmeres konnte verhindert werden, da Eule-Ela mir anbot, meine Anmeldung mit zu übernehmen. Die Folge des Wartens: um 6:56 Uhr in der Frühe, war der Marathon ausgebucht und bei mir die Freude nach dem Aufstehen groß: „Hallo Jule Schwarz, Sie haben sich zum P-Weg-Marathon 2013 angemeldet.“ Der Erste Sieg war also eingefahren – und dann noch nicht mal selber! Danke Ela!

Einer der 1000 Startplätze war also meiner! Und dann auch noch auf der Marathonstrecke über 74 Kilometer und 2000 Höhenmeter. Zur Zeit der Anmeldung hatte ich mein Formtief gerade erreicht und konnte mir alles vorstellen, aber nicht, so eine Strecke zu fahren. Und diesmal sogar offiziell. Denn die Stadt Plettenberg hat erstmalig die hochoffizielle Veranstalterlizenz beim BDR gezogen.  Diese ermöglicht Lizenzfahrern (also Hobbysportlern mit Lizenz) eine Teilnahme am Rennen, ohne die Gefahr einzugehen für 3 Wochen bei anderen Veranstaltungen gesperrt zu sein.

Also Kohle aufn Tisch, Lizenzfahrer offiziell starten lassen dürfen und sich die sinnvollen Regularien und Auflagen des BDR ans Bein binden. Kosten und Gebühren, die für kleinere Veranstaltungen übrigens kaum zu tragen sind und so schlaue Auflagen wie (jetzt ganz neu): Helmkameras sind verboten! Der BDR begründet dieses Verbot mit „zu hoher Sturzgefahr“, die Konzentration soll doch auf dem Radfahren liegen! Die Schlagzeile „Tragischer Unfall bei Sportveranstaltung durch mitführen einer Helmkamera“ habe ich wohl überlesen. Der BDR agiert hier wohl vorausschauend – dafür ist er ja bekannt!
Auf toll geschnittene Videos, die Lust auf’s MTB fahren machen und super Werbung für die Veranstaltungen und den Sport sind, soll also zukünftig verzichtet werden.

[In dem Wettkampfbestimmungen MTB konnte ich unter 4.5.(5) allerdings nur eine Einschränkung für 4X und Downhill finden „Für Downhill und 4X Rennen ist das Tragen oder Mitführen einer Kamera am Helm, am Körper oder am MTB(BHV 03/2013) während der Qualifikation und den Finals nicht erlaubt.“]

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Zurück nach Plettenberg! Hier ist am P-Weg-Wochenende ein wahres Veranstaltungsmekka! Laufen, Walken, Wandern, Biken oder für ganz verrückte auch ne Kombi! 21 km Laufen und 42 km Biken (Kombi kurz) sowie 42 km Laufen und 90 km Biken (Kombi lang). Oder eben Mountainbiken: Marathon 45 km mit 1.200 HM
, Super-Bike 72 km mit 2.000 HM
oder die Ultra-Bike-Piste mit 90 km und 2.600 HM.

peterausessenWährend ich auf meinem (wirklich) Super-Bike-Rennen unterwegs war, habe ich mich nicht nur einmal gefragt, wie man die ganze (identische) Strecke freiwillig laufen kann! Durch den Wald!!! Den ganzen Tag laufen!!! Ein ganz besonders verrückter kam natürlich aus Essen! Der Peter! Crossmarathon in Sandalen!!! Da soll noch mal einer sagen „die Biker sind bekloppt“!

 

Während sich also die Läufer am Samstag schon bemühten unsere Strecke zu „pletten“ und uns die Wege zu ebnen, bin ich ganz gemütlich angereist. Ela hat mich nicht nur in Sachen Startplatz gerettet, sondern auch in Sachen Schlafplatz. „Vonne Poofe anne Piste“, war dat Motto und nun wirklich größter Luxus! Ich hatte ein Zimmer mit Blick auf die Startnummernausgabe – Wer braucht da schon noch Meerblick? Ne kleine Stadtführung gabs auch noch!

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Einmal umme Ecke war dann auch gleich die Plettenberger-Party-Meile (wohl der inoffizielle P-Weg :D)  Viele Büdchen, ne Läuferexpo, Bierstände und rund um die fette Bühne, wo gerade die letzten Läufer eintrudelten, jede Menge Menschen. Ich glaube die halbe Stadt war auf den Beinen um mitzumachen.

pastaDie Sportmoderation rund um die beiden Herren Bernd Maus und Carsten Bock, empfing jeden Finisher persönlich. Immer mit nem netten Spruch oder einem kleinen Interview. So wurde es auch nicht langweilig, während wir uns die riesige Portion Pre-Race-Pasta reinschraubten.
Dazu gab’s nen Bier! Nen richtiges! Ich musste ja nicht mehr Fahren und durfte ausschlafen.
Außerdem: „I ride for cookies“ ;-) <3

racefaceSo sieht man dann am nächsten Morgen aus. Das ist mein Pre-Race-Face, wenn ich versuche ein Frühstück reinzuzwängen. Jeder Bissen wird mehr und mehr im Mund. Erst wird alles zur klebrigen Masse und dann trocknet alles im Mund, dass man ne Maulsperre bekommt. Ich hasse den Morgen vorm Rennen. Da geht gar nix. Erst wenn der Startschuss gefallen ist entspannt sich auch das Gesicht wieder, aber nur kurz. Bis zur Schnappatmung dauert es gewöhnlich keine 30 Sekunden und der Schmerz hält Einzug in die Gesichtsmuskulatur. Herrlich, wenn es dann auch immer direkt in die Berge geht.

Bergziege_178-PWeg2013-Hier ist die erste Bergankunft aber ein Hingucker – wenn man noch Luft zum gucken hat und die Augen nicht schon in unterschiedliche Richtungen schauen.
Oben auf der Kuppe steht nen riesen Gummitier! Eine besonders große Motivation für mich – denn nach dem Rennen warteten auch eine Menge Gummitiere auf mich: Das (vom Zierenbergmarathon verschobene) Haribo-Happening mit Mr. Alexander Colorado vom Rapiro Racing Team. Da werde ich natürlich gern dran erinnert!
 7 Meter groß, 60 Kilogramm schwer – nur leider luftgefüllt und nicht von Haribo. Eine Bergziege und ab sofort die neue Symbolfigur für Plettenbergs alljährlich größtes Sportereignis.

„Liebevolles Euter streicheln ausdrücklich erwünscht!“ schreibt der Veranstalter. Das nahmen auch viele beim Wort und besuchten die Ziege. Dabei wurde in Richtung Biker gejubelt und gegrölt. So bringen sogar Startberge Spaß. Und so ging es auch weiter! Ich war etwas verwundert darüber, wie voll es an der Strecke war. Immerhin ist es Sonntag, gerade neun Uhr mit 13 Grad Außentemperatur und nicht gerade einladend vor die Tür zu gehen. Hier scheint das wohl Sommerwetter zu sein ;-) Da bisse echt plett!

 

178-PWeg2013-Sonstiges-Gemischt6683Besonders toll waren die Ortsdurchfahrten Pasel, Blemke, Böddinghausen und die ganzen Frauen an der Strecke, die sich so tierisch gefreut haben, ne Frau auf der Strecke zu sehen. Ich wär am liebsten angehalten und hätte mitgemacht, habe mich dann aber dazu entschlossen, meine Durchschnittsgeschwindigkeit so weit zu senken, dass ich noch aus der Fahrt zurückjubeln kann :D Vielen, vielen Dank! Das ist sooo Endgeil! Unbeschreiblich! Hier gab’s auch immer die Info, dass ich die zweite Frau im Wettbewerb bin :-) Juhuu!

Etwas überrascht war ich auch über die Anstiege, die ich eher in die Kategorie „eklig“ einstufe. Rund um Plettenberg, geht es doch verhältnismäßig steil zur Sache. Nix für mich und mein favorisiertes dickes Kettenblatt – dafür endgeil mit den vielen Zuschauern unterwegs! :D

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Bei Kilometer 32 gab es noch dann noch ein kleines Schmankerl. Ein 200 Meter Bergsprint fürs dicke Blatt. Mit tosender Menge und Gipfelmoderation! Hier erreichte ich dann auch meinen Maximalpuls des Rennens :D. Der Sprint endete auf einer Straße, die ich mit blauem Gesicht erreichte. Ich hätte gern was gerufen und mich bedankt, aber man hätte mich wahrscheinlich eh nicht verstehen können, davon ab fehlte auch der Sauerstoff im Hirn um mich zu artikulieren.  :D

300 Meter später ging es dann von der Straße in die nächste Rampe (steilste Stelle 15%) und schon bereute ich die „kleine Tempoverschärfung“. ‘Ich dachte ich guck nicht richtig. Meine Gesichtsfarbe wechselte bei dem Anblick von blau auf lila und dann auf grün. Die Banane der letzten Verpflegung fing an mit mir zu verhandeln, ob sie auch mal gucken darf. Unten an der Rampe fragte ich mich, ob es nicht sein könnte, dass die Strecke an dieser Stelle vielleicht falsch ausgeschildert ist. Aber war sie natürlich nicht! Alles war perfekt! Sogar die Trinkflasche kam unberührt im Ziel an. Es gab ganze NEUN (!!!) Verpflegungsstellen mit Getränken, Bananen und Riegeln! Hier kann man also sogar während des Rennens an Körpergewicht zunehmen! Und ne Menge Zeit liegen lassen, wenn man überall mal probieren möchte :D

Martin RatterAb der Mitte wurde es dann irgendwie zäh für mich. Alles ganz schön anstrengend. Lag vielleicht auch an der Vorwoche, die mit gerade mal 1,5 gut gemeinten Trainingseinheiten eher unsportlich war. Auch auf die Vorbelastung im Regen hab ich gepfiffen.
Ich gönnte mir dann ne kurze Pause in einem der folgenden und sehr matschigen Trails. Aber die Zwangspause half auch nix. Hinten raus überholten immer mehr Männer UND eine Frau! Und die gleich doppelt :D Bettina Uhlig (Team Wheeler iXS ) war auf der Ultrastrecke über 92 Kilometer unterwegs, die mit der 74er Runde nahezu identisch war. Zwei mal mussten die Ultras eine weitere Schleife fahren und wurden dann auf die 74er Strecke zurückgeführt. Da sie gefühlt, doppelt so schnell fährt wie ich, kam sie auch gleich zweimal vorbei. Und ich hab zweimal versucht, kurz das Tempo mitzugehen, aber es blieb bei den Versuchen, den KURZEN Versuchen :D Wahnsinn die Frau! Bezirksliga gegen Champions League!

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Als ich ins Ziel kam, war sie schon im Interview! Da fehlten mir echt die Worte – ich hatte aber auch keine Luft zum reden! Sie kam fast 4 Minuten vor mir Mittelstreckenschnecke und mehr als EINE STUNDE vor den Mädels in ihrem Rennen ins Ziel. Und das auch noch im Examensstress. Mal richtig schön deklassiert worden, würde ich sagen! So fährt man also richtig Rad :D Herzlichen Glückwunsch – ich bin so was von absolut beeindruckt! Mein Mund steht noch immer offen! Ah ne! Geplettet, heißt das ja!

176-PWeg2013-Sonntag-Innenstadt-cc821Im Zielbereich war auch gerade Rush Hour als ich ankam. Alle drei Streckenlängen gaben sich die Hand. Und jeder Finisher durfte sich auch gefeiert fühlen. Nach dem „Shakehands“ auf der Bühne, ging es mit Medaille und Shirt behangen, gleich weiter zum Streuselkuchen! STREUSELKUUUCHEN! Da war die Welt natürlich mehr als in Ordnung!

Wirklich ein topp organisiertes Event. Professionell von vorne bis hinten. Fantastische Helfer aus Plettenbergs Vereinsnetz, die wirklich mit Leib und Seele dabei sind – das kann man sehen und spüren! Ich find’s ja auch immer prima, wenn die Webseiten informativ und aktuell sind und dazu noch hübsch aussehen. Eine Freude für meine Augen. Und auch die soziale Komponente wurde abgedeckt. Das Projekt „Wohl zu Hause“ bekommt 2013 sämtliche „Überschüsse“ der Veranstaltung und ist mit eigenem Losverkauf und Tombola selbst vor Ort. Die Stadt Plettenberg schafft ein wirklich tadelloses Event-Paket, wo sich jeder Teilnehmer wohl fühlen kann und sich mit 35 investierten Euronen nicht mal ansatzweise beschweren kann!

Ich habe davor größten Respekt! Und freue mich jetzt schon auf die nächtliche Serverbelagerung um einen Startplatz fürs nächste Jahr zu ergattern! Es war eine Riesenfreude dabei zu sein und eure P-Weg-Party mitzuerleben!

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Aso! Das Rennen ist übrigens auch sonst prima gelaufen. Ela hat die Stadtmeisterschaft gewonnen und hätte Flo nicht nen Platten pletten müssen, wär ihm das Treppchen sicher gewesen, an dem er nur 3 Minuten vorbei gehuscht ist.

pweg_ergebnis2013Ich bin auch zufrieden! Besonders mit dem Sprint! Mit 32 Sekunden war ich fünftschnellster Mann :D
Und zum Schluss, die erste Frau auf der Mittelstrecke! Mein erster Sieg in der Gesamtwertung. Das fühlt sich auch äußerst prima an! Ich hätt mir noch 1,5 km/h im Schnitt mehr gewünscht, aber die Verpflegungen kann man ja nu auch nicht alle sausen lassen! Auch nicht wenn man sich nachher den Bauch mit Haribo voll stopft! ;-)

Bis nächstes Jahr!

Links:
Berichte und Fotos
Ergebnisse
P-Weg Marathon
Fotos von Martin Ratter
Impressionen Teaserfilm 2012
Fotogalerien Südländer Tageblatt
 Bericht von “Janibal” mit Komplett-Foto-Doku der Strecke
Bericht von Alexander Rebs

Kommentare (11) Schreibe einen Kommentar

  1. Alles Ehrensache, liebe Jule !! Zu neuen Schandtaten diesbezüglich gern bereit ;) Mich freut aber vor allem, dass ich mit meinem “Du M U S S T hier mal starten!!” nicht zu viel versprochen hatte – ich wusst ja schließlich wo von ich schwärme ;)
    Leider kann man aber auch wieder nur einmal GEFÄLLT MIR bei deinem Bericht klicken :-/

    Also, wir sehn uns 2014! Denn wie lautet es noch im Teaser “Und wann kommst du?” ;)

  2. DAs mit den Helmkameras ist mal wieder typisch! So, wie ich das jetzt mitbekommen habe ist aber noch gar nicht so recht klar, wie das genau eingegrenzt werden soll. Man konnte mir auch nicht sagen, ob das Verbot auch bei Kameras hinterm Sattel oder am Lenker auch gilt. Wie auch immer, ich werde mir da wohl was einfallen lassen müssen! ;-)

    Aber ein schöner Artikel, vielleicht sollte ich mich nächstes Jahr auch mal pletten lassen! :-) Natürlich mit Film!

    Gruß
    Kim

  3. Du hast mir gerade eine schöne Lektüre zum Frühstück beschert. Vielen Dank!

    Und nochmals Glückwünsche zum tollen Rennen!

  4. Hier der “verrückte” Sandalenläufer aus Essen! Ja, es ist möglich 73 km in Sandalen zu laufen! P-Weg ist ab nun eine meiner Lieblingsveranstaltungen! Bin nächstes Jahr wieder dabei! Schöne Grüße! Peter

  5. mega toller bericht der lust macht sich da im nächsten jahr anzumelden.
    glückwunsch auch zu deinem tollen ergebnis. immer weiter so. :-)

  6. Super Bericht, super Ergebnis! Bin dieses Jahr zwei Marathons mit zigtausend Startern in den Alpen gefahren und das dritte mal in Plettenberg. Der P-Weg war wieder der Beste von allen.

    Nur wie man das Bergzeitfahren in 32 Sek. hin bekommt ist mir ein Rätsel. :)

  7. Gestern beim Rennen in Oberhausen, ist tatsächlich ein Fahrer angehalten worden und durfte erst weiter fahren, als er die Helmcamera demontiert hatte.
    Das Rennen war somit natürlich gelaufen.

    Danke BDR ! Genau darauf haben alle gewartet, das Ihr Euch um die wirklich wichtigen Sachen kümmert: Unser Schutz durch Cameraverbot.

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